Die Schene-Saga: Von Bierzelt-Pionieren, Weltpolitik & dem „Hosenstinker“
Wer im Retro-Art Hotel Lünen eincheckt, bucht kein gewöhnliches Zimmer, sondern ein Ticket für eine Zeitreise. Unsere Geschichte beginnt nicht im sterilen Büro, sondern im Matsch mit einer Windel Geschichte schrieb.
b.Alles außer Standard – Warum wir die Geschichte Lünens mitschreiben
Bevor wir das erste große Hotel in Lünen bauten, erfanden meine Eltern, Theodor und Hilde, mal eben die deutsche Gemütlichkeit: die Bierzelt-Garnitur. In den 40er Jahren war das noch eine wackelige Angelegenheit – wenn die Schützenbrüder zu kräftig schunkelten, krachte das Gestell auch mal zusammen.
Mein Vater war ein echter Macher: Zusammen mit seinen Freunden zimmerte er damals aus dem Stand zwei riesige Festzelte mit jeweils 500 Plätzen zusammen. Das war echtes Handwerk und die Geburtsstunde unseres Familiensinns für große Events. Mittendrin: Ich, Wolfgang Schene. Mein erster Logenplatz im Gastgewerbe war der Boden neben dem Kanonenofen
. Da die Windeln damals noch nicht ganz geruchsdicht waren, kannten mich die Stammgäste in den Kneipen nur als den „Hosenstinker“. Man kann also sagen: Ich habe die Gastronomie von der Pike auf inhaliert – im wahrsten Sinne des Wortes!
In dieser Zeit der großen Zelte wurde ich auch zum „Finanzgenie“ des Betriebs.
Wenn die Zelte nach den Festen abgebaut wurden, war mein großer Moment gekommen: Ich kroch über den Boden und klaubte mit höchster Konzentration das Kleingeld aus den Ritzen der Holzdielen, das den Gästen beim Feiern aus der Tasche gerutscht war.
Von Münster nach Lünen: Zwischen Lotto und Brieftauben
Bevor es uns endgültig nach Lünen verschlug, machten wir Station in Münster. Im Aegidii-Hof der Germania Brauerei ging es hoch her. Während oben im Saal die Damen mit Schablonen die Gewinner des Vorläufers der West-Lotto-Gesellschaft ermittelten, war der Keller das Hauptquartier der Brieftaubenzüchter. Meine hochoffizielle Aufgabe als Junge? Einmal die Woche die Uhren im Uhrenzimmer für die Taubenreisen aufziehen. Eigene Tauben durfte ich zwar nicht haben, aber die Präzision der Zeitnehmer habe ich dort gelernt.
Weltpolitik & Cognac-Service für Willy Brandt
1963/64 wurde es ernst: Das Stadthotel an der Dortmunder Straße entstand. Ein sibirischer Winter hätte uns fast den Garaus gemacht, aber wir zogen den Bau des ersten großen Hotel Lünen gegen alle Widerstände durch
. Und dann wurde es historisch: Der Saal mit 600 Plätzen wurde zum Zentrum der Region.
Herbert Wehner donnerte 1963 bei uns seine legendäre 1. Mai-Rede
. Und als
Willy Brandt zur Einweihung des Rathaus-Hochhauses bei Oberbürgermeister Adolf Stock weilte, waren wir zur Stelle: Wir servierten den Cognac direkt in die Chef-Etage. In unserem Souterrain-Club und der Diskothek tobte derweil das Nachtleben
– Lünen war damals die Party-Zentrale!
Der Bademantel-Raub & Die Geburtsstunde von Retro-Art
Nach meinen Wanderjahren – unter anderem im Berliner „Schweizer Hof“, wo ich die Stars der Hitparade bediente und heimlich einen originalen Bademantel von Udo Jürgens (inklusive echtem Lippenstift-Abdruck!) sicherstellte – kehrte ich zurück.
Heute ist aus dem klassischen Haus das Retro-Art Hotel Lünen geworden. Es ist kein reiner Hotelbetrieb mehr, sondern eine bewohnbare Kunstgalerie mit 72 Themenzimmern – vom Bergbau-Flair über Max Raabe
„Schimanski“ Götz George
Harald Juhnke






. Und dann wurde es historisch: Der Saal mit 600 Plätzen wurde zum Zentrum der Region.
. Und als
Willy Brandt zur Einweihung des Rathaus-Hochhauses bei Oberbürgermeister Adolf Stock weilte, waren wir zur Stelle: Wir servierten den Cognac direkt in die Chef-Etage. In unserem Souterrain-Club und der Diskothek tobte derweil das Nachtleben
– Lünen war damals die Party-Zentrale!
Nach meinen Wanderjahren – unter anderem im Berliner „Schweizer Hof“, wo ich die Stars der Hitparade bediente und heimlich einen originalen Bademantel von Udo Jürgens (inklusive echtem Lippenstift-Abdruck!) sicherstellte – kehrte ich zurück.



