Retro-Art Hotel History

Die Schene-Saga: Von Bierzelt-Pionieren, Weltpolitik & dem „Hosenstinker“

Wer im Retro-Art Hotel Lünen eincheckt, bucht kein gewöhnliches Zimmer, sondern ein Ticket für eine Zeitreise. Unsere Geschichte beginnt nicht im sterilen Büro, sondern im Matsch mit einer Windel Geschichte schrieb.

Schützenfestzelte Theo Schene 50 er Jahreb.Alles außer Standard – Warum wir die Geschichte Lünens mitschreiben

Bevor wir das erste große Hotel in Lünen bauten, erfanden meine Eltern, Theodor und Hilde, mal eben die deutsche Gemütlichkeit: die Bierzelt-Garnitur. In den 40er Jahren war das noch eine wackelige Angelegenheit – wenn die Schützenbrüder zu kräftig schunkelten, krachte das Gestell auch mal zusammen.
Mein Vater war ein echter Macher: Zusammen mit seinen Freunden zimmerte er damals aus dem Stand zwei riesige Festzelte mit jeweils 500 Plätzen zusammen. Das war echtes Handwerk und die Geburtsstunde unseres Familiensinns für große Events. Mittendrin: Ich, Wolfgang Schene. Mein erster Logenplatz im Gastgewerbe war der Boden neben dem Kanonenofen
Kneipe 50 er Jahre , kleiner Junge vor der Theke
. Da die Windeln damals noch nicht ganz geruchsdicht waren, kannten mich die Stammgäste in den Kneipen nur als den „Hosenstinker“. Man kann also sagen: Ich habe die Gastronomie von der Pike auf inhaliert – im wahrsten Sinne des Wortes!

Kleiner Junge findet Geld

 
 
 

In dieser Zeit der großen Zelte wurde ich auch zum „Finanzgenie“ des Betriebs.

Wenn die Zelte nach den Festen abgebaut wurden, war mein großer Moment gekommen: Ich kroch über den Boden und klaubte mit höchster Konzentration das Kleingeld aus den Ritzen der Holzdielen, das den Gästen beim Feiern aus der Tasche gerutscht war.

Von Münster nach Lünen: Zwischen Lotto und Brieftauben

Taubenuhr zur Erfassung der Ankunftsdzeit

Bevor es uns endgültig nach Lünen verschlug, machten wir Station in Münster. Im Aegidii-Hof der Germania Brauerei ging es hoch her. Während oben im Saal die Damen mit Schablonen die Gewinner des Vorläufers der West-Lotto-Gesellschaft ermittelten, war der Keller das Hauptquartier der Brieftaubenzüchter. Meine hochoffizielle Aufgabe als Junge? Einmal die Woche die Uhren im Uhrenzimmer für die Taubenreisen aufziehen. Eigene Tauben durfte ich zwar nicht haben, aber die Präzision der Zeitnehmer habe ich dort gelernt.
 

Weltpolitik & Cognac-Service für Willy Brandt

1963/64 wurde es ernst: Das Stadthotel an der Dortmunder Straße entstand. Ein sibirischer Winter hätte uns fast den Garaus gemacht, aber wir zogen den Bau des ersten großen Hotel Lünen gegen alle Widerstände durch Ansicht des alten Stadt-Hotel Lünen. Und dann wurde es historisch: Der Saal mit 600 Plätzen wurde zum Zentrum der Region.
 
 
 
 
 
Herbert Wehner donnerte 1963 bei uns seine legendäre 1. Mai-RedeHerbert Wehner bei Maikundgebung 1993 im Retro-Art Hotel Lünen. Und alsWilly Brandt zur Einweihung des Lüner Rathauses Willy Brandt zur Einweihung des Rathaus-Hochhauses bei Oberbürgermeister Adolf Stock weilte, waren wir zur Stelle: Wir servierten den Cognac direkt in die Chef-Etage. In unserem Souterrain-Club und der Diskothek tobte derweil das Nachtleben Diskothek Tiffany im damaligen Stadt Hotel Lünen– Lünen war damals die Party-Zentrale!

 

 

Der Bademantel-Raub & Die Geburtsstunde von Retro-Art

Lünen Hotel mit Udo Jürgens ZimmerNach meinen Wanderjahren – unter anderem im Berliner „Schweizer Hof“, wo ich die Stars der Hitparade bediente und heimlich einen originalen Bademantel von Udo Jürgens (inklusive echtem Lippenstift-Abdruck!) sicherstellte – kehrte ich zurück.
Heute ist aus dem klassischen Haus das Retro-Art Hotel Lünen geworden. Es ist kein reiner Hotelbetrieb mehr, sondern eine bewohnbare Kunstgalerie mit 72 Themenzimmern – vom Bergbau-Flair über Max RaabeMax Raabe in Lünen geboren
 
 
  
 „Schimanski“ Götz George

Götz George

Harald Juhnke

Uschi Glas, Dieter Thomas Heck, Heino waren bei uns.
 

Wir zeigen die Kunst der “ Jungen Wilden “ bis hin zu skurrilen Fundstücken aus 60 Jahren Themenzimmer:  “ Wir sind Fußball-Weltmeister“ Schalke 04, Borussia Dortmund, Peter Alexander, Piere Brice, Miss Marple, Bonanza und …….  Wir verkaufen keine Betten, wir bewahren Geschichten.